Dem Eisenflechter obliegt die Herstellung des Traggerüstes aus Bewehrungsstahl eines im Stahlbetonbau auszuführenden Bauwerkes an Ort und Stelle, wobei der Bewehrung die Aufgabe zufällt, dem Stahlbeton die dem Beton fehlende Zugfestigkeit zu liefern und ihm damit Biegefestigkeit zu verleihen. Zu den Zugkräften zählen im weitesten Sinn auch die aufzunehmenden Schwind-, Scher- und Torsionskräfte. Die Werkleistung besteht in der lagerichtigen Verlegung der bauseits bzw. vom Biegebetrieb bereitgestellten und allenfalls von Eisenbiegern vorgefertigten Betonstähle bzw. Betonstahlteilkonstruktionen in bauseits hergestellten Formen (Schalung), wobei als wichtigste Leistungsmerkmale der richtige Abstand der statisch wirksamen Stähle zueinander und der Abstand der Konstruktion zur Schalung hervorzuheben sind. Weiters kommt es auf die plangerechte Ausführung des Bewehrungsplanes und die Maßnahmen zur Lagesicherung. Die fertige Bewehrung muss ihr Eigengewicht tragen, dem Winddruck, den Belastungen beim Betoniervorgang und dem Eigengewicht des Betons standhalten können, ohne ihre Lage vor Aushärtung des Betons zu verändern.  an. Das fertige Werk des Eisenflechters wird vor dem Betoniervorgang vom Auftraggeber und vom Planverfasser abgenommen.

Eine (relativ seltene, aber umso schwierigere) Form der Werkherstellung ist das „Freikörperflechten“. Hier wird außerhalb der Schalung ein Bauteil (Bewehrungskörper) hergestellt, der nach seiner Fertigstellung in die Schalung versetzt wird. Der Eisenflechter stellt den Bewehrungskörper in transportgerechter Form her, er achtet besonders auf Maßgenauigkeit und Verformungsstabilität. Transport und Einbau erfolgen bauseits, dem Eisenflechter kommt allenfalls noch die Aufgabe der Verbindung mehrerer versetzter Bewehrungskörper zu.


Bereits diesen Ausführungen lässt sich entnehmen, dass Eisenflechter Profis auf ihrem Gebiet sein müssen um die ihnen gestellten Aufgaben in Maßarbeit zu bewerkstelligen.

Zusätzlich zur Materialkenntnis, Kenntnis der verschiedenen Betonbewehrungen, Montage- und Befestigungstechniken ist die immer stärker in den Vordergrund rückende Beachtung diverser Sicherheits-, Hygiene- und Umweltvorschriften gefordert.

Gerade in Zeiten ständiger bauvertraglicher Risikoüberwälzung auf Subunternehmer, einer zunehmend, gerichtlichen Klärung von Schadensersatz-, Produkthaftungs- und Gewährleistungsfragen und steigender, beinahe schon überbordender verwaltungsrechtlicher Auflagen und Vorschriften, sehen sich die Auftraggeber mit einem Mangel an qualifiziertem Verlegepersonal konfrontiert.

Es ist auch kein Geheimnis, dass der Markt verstärkt von Verlegefirmen heimgesucht wird, die durch einen quasi Ankauf diverser, sogenannter „Deckmeister“ die gewerberechtliche Befähigung für ihre Arbeit überhaupt erst erlangen. Aus der Praxis wissen wir auch, dass diese Firmen nur allzu schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, sobald sie ob ihrer mangelhaften Leistung mit schadenersatzrechtlichen Regressansprüchen konfrontiert werden.

Naturgemäß nicht verbessert wurde die Situation  durch eine weitgehende Liberalisierung die Anerkennung europäischer Berufsberechtigungen geradezu automatisiert wird.

 

Geehrte Auftraggeber!
Einigkeit sollte darin bestehen, dass Aufträge, insbesondere jene der öffentlichen Hand grundsätzlich an inländische Firmen vergeben werden sollten, um die Wertschöpfung auch im eigenen Land zu erhalten. Wenn die drohende Ungleichbehandlung aber dazu führt, dass seriöse Unternehmer, die in ihre Angebote korrekte Personalkosten einkalkulieren gegenüber ausländischen Firmen das Nachsehen haben und für den Auftraggeber überdies noch der Vorteil entsteht, sich nicht um die AuftraggeberInnen-Haftung kümmern zu müssen, da auf die Dienstnehmer des ausländischen Unternehmens nicht das deutsche Sozialversicherungsrecht anzuwenden ist, dürfen wir gespannt sein, wohin Subunternehmerleistungen hinkünftig vergeben werden.
Unseres Erachtens werden dadurch für ausländische Firmen definitiv beachtliche Wettbewerbsvorteile entstehen, sodass eine europaweit einheitliche Regelung jedenfalls zu bevorzugen gewesen wäre.
Mag es auch sein, dass sich Auftraggeber ausländischer Verlegefirmen den Aufwand um die AuftraggeberInnen-Haftung ersparen und Gewinne einfahren, da dubiose Firmen zu wesentlich geringeren Preisen anbieten können, so seien sie vor den massiven faktischen und rechtlichen Problemen gewarnt, die entstehen, wenn derartige Firmen gewährleistungs- und/oder schadenersatzrechtlich in die Pflicht genommen werden sollen.
Dann nämlich können die vermeintlichen Vorteile einer Beschäftigung ausländischer Firmen sehr schnell in erheblich Nachteile umschlagen.

Hoffen wir also das Beste,

 

 

 

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